Aktuelles
19.11.2022
Waldbegehung Bergtheimer Wald "Der Gemeinderat überzeugte sich selbst vom Zustand des Waldes"
Alle 20 Jahre wird eine Forsteinrichtung durchgeführt, die sich in eine Inventur und eine mittelfristige Planung aufteilt. Sie soll von einem unabhängigen Forstsachverständigen durchgeführt werden. Die Forsteinrichtung ist die Grundlage einer nachhaltigen Forstwirtschaft. Die Ausschreibung für diese Forsteinrichtung läuft, am Montag ist Submission. Alle 10 Jahre wird ein neuer Forstwirtschaftsplan für den Wald der Gemeinde Bergtheim erstellt. Darin werden die Ziele und Maßnahmen für die Zukunft des Waldes definiert und festgelegt.Der Gemeinderat konnte sich an einem Samstagvormittag selbst davon überzeugen, welche Maßnahmen die Gemeinde im Bereich Wald erfolgreich durchgeführt hat.
Der Revierförster German-Michael Hahn, Frau Röpp als Revierunterstützung, sowie Michael Grimm Abteilungsleiter beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten brachten auf Einladung des Bürgermeisters Konrad Schlier den anwesenden Gemeinderäten/-innen die bisherigen Maßnahmen näher und konnten viele Fragen zu dem Thema ausführlich beantworten. Auf knapp 200 ha Fläche erfüllt der Bergtheimer Wald seine Funktionen als Erholungs-, Klimaschutz-, Bannwald sowie seine Funktion als Landschaftsschutz. 15 % des Baumbestandes bestehen aus Nadelholz, 85 % aus Laubholz. Seit 36 Jahren arbeitet Förster Hahn bereits am Umbau des Bergtheimer Waldes zu einem klimaresistenten Wald. Die Fichte ist für die trockenen und heißen Sommer ungeeignet, Kiefer, Lärche sind nur bedingt geeignet.
Es sollten künftig z.B. Esskastanie, Orientbuche, Baumhasel und Libanonzeder als zukunftssichere Baumarten gepflanzt werden. Die örtlichen Bodenverhältnisse sind dermaßen unterschiedlich, sodass darauf mit entsprechenden Baumarten reagiert werden muss.Bei Reinbeständen und bei fehlender Beschattung treten immer wieder Probleme mit Schädlingen auf. Deshalb sind Mischbaumarten und ein Nebenbestand, z.B. aus Hainbuche sehr wichtig.Im Bergtheimer Mischwald finden sich deshalb auch Elsbeere, Orientbuche oder Sommer-/Winterlinde. Eine vorbildliche Bewirtschaftung durch qualifiziertes Personal sind hierfür erforderlich.
Auch die Stilllegung von Biotopbäumen, für die die Gemeinde seit 10 Jahren aus dem Bayer. Vertragsschutzprogramm Fördergelder erhält, wurde in der Praxis dargestellt. Diese stillgelegten Biotopbäume bieten dem Specht, der Fledermaus, den Vögeln und vielen Käfer- und Insektenarten ein gutes Habitat. Seit der Ansiedlung von Menschen in Bergtheim und Umgebung wird der Wald bewirtschaftet und liefert Brennholz für die Bevölkerung.Dabei besteht die Gemeinde beim Holzstrich selbstverständlich auf einen Sägeschein der Holzkäufer.
Michael Grimm erkannte in manchen kritischen Bemerkungen ein Mißtrauen gegenüber dem Förster und ihm. Besonders die Bemerkungen von drei Gemeinderäten aus dem am Dienstag mehrheitlich beschlossenem Konzeptteam zum finanziellen Aufwand der Gemeinde im Vergleich mit dem Ertrag bzw. zu einzelnen Maßnahmen in der Vergangenheit konnte Grimm so nicht stehen lassen. Jeder Hektar Wald trägt zum Klimaschutz in der Region bei durch die CO 2 Speicherfunktion der Bäume. Dies ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Der Bergtheimer Wald ist dafür gut aufgestellt. Grimm warb für gegenseitiges Vertrauen und ein Miteinander zwischen dem Gemeinderat und dem fachlich hoch qualifizierten Forstpersonal.
Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten bietet auch in 2023 wieder ein Bildungsprogramm Wald (BiWa) an, das an sechs Abenden digital und an zwei Tagen im Wald absolviert werden kann. Dieses Angebot hatte der Gemeinderat Marco Sauer bereits erfolgreich durchlaufen. Seiner Auffassung nach ist es künftig wichtig, die Nutzung und die Funktionsfähigkeit des Bergtheimer Waldes im Einklang zu erhalten. Auch die Versorgung der Bevölkerung mit Brennholz ist für Sauer wichtig und nachhaltig, bevor ganze Landstriche in Rumänien für die Pelletherstellung gerodet werden. Die vorbildliche Bewirtschaftung des Waldes ist auch deshalb wichtig, weil um den Wald herum ausschließlich Landwirtschaft betrieben wird. In der Vergangenheit ist das sehr gut gelungen, so Sauer.